Adenomyose

Adenomyose operiert man heute in der Regel per Bauchspiegelung.

Adenomyose ist eine Form der ENDOMETRIOSE, bei der die Herde in der Wand der Gebärmutter wachsen. Man spricht deshalb auch von "innerer Endometriose" im Gegensatz zu der "äusseren (externen) Endometriose", bei der sich die Herde im Bauchraum ausbreiten.

Begriffserklärung: Adeno= kommt von Drüse; gemeint ist hier drüsiges Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, in der man bei der Betrachtung unter dem Mikroskop aus zahllose Drüsenschläuchen nebeneinander angeordnet sieht. Myo..=Muskel... "ose" ist eine Endsilbe, die eine nichtentzündliche Krankheit bezeichnet (im Gegensatz zu ..."itis")

 


Erklärung der Bilder

Bild 1: Schnitt durch eine Gebärmutter mit einer schweren Adenomyose, die von der Gebärmutterhöhle aus diffus in die Hinterwand (rechte Seite des Bildes) gewachsen ist. Das kreisrunde Gebilde ist ein Myom.

Bild 2: Ultraschall-Schnittbild durch eine Gebärmutter mit einem großen Adenomyoseherd. Dieser erscheint heller als die restliche Gebärmuterwand und enthält zentral eine flüsiggkeitsgefüllte Höhle (Darin befindet blutiges Sekret, da der Herd menstruiert.)

Bild 3: Adenomyoseherde, die bei einer Gebärmutterspiegelung angeschnitten wurden. Rechts entleert sich der typische blutige Inhalt.

Bild 4: Ähnliche Situation wie Bild 3. Man schaut in die leeren Hohlräume der Adenomyosehöhle.

Bild 5: Schnittbild einer Gebärmutter, die wegen von uns wegen einer sehr schweren Adenomyose entfernt wurde. Das Organ war sechsmal schwerer als normal. Man erkennt deutlich zwischen den weißlichen Muskelfasern das schwammige Schleimhautgewebe, das eigentlich nur die Gebärmutterhöhle auskleiden soll.


Die Adenomyose ist die Bezeichnung für eine nicht entzündliche
Erkrankung des Muskulatur in der Gebärmutter, bei der man mikroskopisch kleine Drüsenschläuchen aus der Gebärmutterschleimhaut wirr zwischen die Muskelfasern eingestreut findet. Wie kann das zustande kommen? Ganz genau geklärt ist der Mechanismus nicht. Tatsache ist, die Gebärmutterschleimhaut eine sehr unangenehme Tendenz hat, über ihre basale Grenzlinie, die sog. Basalmembran, hinaus in ihre Umgebung hineinzuwachsen und die Muskelschicht der Gebärmutter zu infiltrieren. Dort bildet sie entweder umschriebene Knoten oder ganz unscharf begrenzte grosse derbe Gebilde.

Häufigkeit: ca. jede 4. Frau !

Beschwerden: Ungewöhnlich schmerzhafte Regelblutung oft schon in der Pubertät, später oft zusätzlich starke Blutung und evt. Zwischenblutungen.

Diagnostik:
Meist ist entweder die Vorder- oder die Hinterwand deutlich verdickt, was im Ultraschallbild auffällt. Eine Wand ist dann typischerweise deutlich dicker als die Gegenseite.
Meist ist die ganze Gebärmutter vergrößert.
Im Kernspin-Bild (Magnetresonanz-Technik, NMR) bilden sich die Herde als relativ dunkle Areale ab, die etwas die gleiche Farbe haben wie die innere Wandschicht der Gebärmutter, welche der Gebärmutterhöhle zugewendet ist.
Da der Prozess immer innen seinen Anfang nimmt, kann man die Diagnose durch eine Gewebeprobe beweisen, wenn man per Gebärmutterspiegelung aus der kranken Seite der Gebärmutter einen
Gewebestreifen entnimmt. Das ist in der Regel ein kleiner Routineeingriff, der am besten in einer kurzen Narkose durchgeführt wird.

Therapie:
Wenn noch Kinderwunsch besteht, versucht man bei nicht zu schweren Fällen immer eine medikamentöse Behandlung. Diese entspricht der einer Endometriosebehandlung (s. dort). Sehr bewährt hat sich die Gestagen-Spirale. Gestagene bremsen die Aktivität jeglichen Gebärmutterschleimhautgewebes, weshalb auch die Menstruation gemindert wird. Unter der Hormonspirale gehen Blutungsstärke und Schmerz oft sehr gut zurück.

Bei Unfruchtbarkeit kann es sinnvoll sein, einzelne Herde operativ zu entfernen. Dies kann manchmmal per Gebärmutterspiegelung erfolgen. Meist ist aber eine Bauchspiegelung durch den Nabel notwendig. Man kommt nicht umhin, jeden Fall einzeln zu bewerten und einen individuellen Plan zu entwickeln. Nur spezialisierte Experten bieten die Ausschälung diffuser Adenomyose an. Dies sind sehr aufwändige Maßnahmen.

Sehr effektiv ist -falls die Familienplanung abgeschlossen ist- die Teilentfernung der Gebärmutter , die ambulant und mit sehr erträglicher körperlicher Belastung als "Laparoskopische Supracervicale Hysterektomie" (LASH) durchführbar ist. Sie bringt sofortige Beschwerdefreiheit. Einzelheiten zu diesem Operationsverfahren finden Sie unter "Operationen"