Was ambulant, was stationär?

"Ambulant" heisst im OPZ, dass eine Patientin am noch am Operationstag wieder entlassen wird. Das kann nach Minuten oder nach einem ganzen Tag sein.

Bei einer Operation in Narkose wird eine Patientin von zwei Fachärzten betreut, dem Anästhesisten (Narkosearzt) und dem Operateur. Jeder von ihnen kann Gründe sehen, einen Eingriff nicht ambulant durchzuführen. Diese können z. B. in Grundkrankeiten der Patientinnen liegen, wie Voroperationen oder der internistischen Situation.

Nicht geeignet für eine ambulante Durchführung sind Prozesse, die eine überwachte stationäre Behandlung erfordern oder ein erhöhtes Nachblutungsrisiko beinhalten. Konventionelle Eingriffe wie Leibschnittoperationen, konventionelle Gebärmutterentfernungen und Senkungsoperationen (z.B. auf vaginalem Zugangsweg) eignen sich wegen der großen Belastung der Patientinnen und wegen der notwendigen Pflegemaßnahmen nicht für ambulante Behandlungen. Krebsoperationen führen wir im OPZ nicht durch, obwohl dies z.B. beim Brustkrebs z.T. möglich wäre.

Minimal Invasive Chirurgie, d. h. Bauchspiegelungen und Gebärmutterspiegelungen sind schonende Operationsverfahren, die den Körper weit weniger strapazieren als konventionelle Operationen. Bis in jedes Detail werden weniger Traumata gesetzt. Das Endergebnis ist eine Patientin, die in aller Regel noch am Tag der Operation kreislaufstabil und mit allenfalls geringen Schmerzen in ihre vertraute häusliche Umgebung entlassen werden kann. Unsere durchschnittliche Entlassungszeit nach z. B. einer Gebärmutterentfernung beträgt 4 Stunden. Nach einer Myomentfernung per Gebärmutterspiegelung möchten die meisten Patientinnen innerhalb einer Stunde wieder nach Hause gehen.

Eine Operation in der Praxisklinik beginnt immer zunächst mit einer „stationären“ Behandlungsphase im Bett und im Operationssaal. „Ambulant“ wird die Behandlung erst, wenn eine Patientin nach Hause entlassen wird.

Hauptsorge von ambulant operierten Patientinnen ist, dass nach der Entlassung zu Hause Komplikationen eintreten könnten, die sie selbst nicht einzuschätzen oder zu behandeln in der Lage sind. Hierzu ist folgendes zu erklären: Wir führen nur Operationen durch, für die sich das ambulante Vorgehen seit 1982 bewährt hat. Wir treffen bei den Operations-Vorgesprächen eine Vorauswahl. Da alle Operationspatientinnen die Handy-Nummern der Ärzte erhalten, ist in jedem Falle rund um die Uhr eine verzögerungsfreie Kontaktaufnahme direkt mit dem eigenen Operateur ohne Umwege möglich. Jede Patientin erhält darüber hinaus ein Rezept über angemessen wirksame Schmerzmittel mit nach Hause.