Teil-Entfernung der Gebärmutter
Supracervicale Hysterektomie

Fachausdruck: Laparoskopische Supracervicale Hysterektomie, LASH.

Die bei einer herkömmlichen konventionelle Operationstechnik schmerzhaften Wunden entfallen. Die neue minimalinvasive Technik verursacht entscheidend weniger Belastung und macht weniger krank. Der schonende Umgang mit dem Gewebe bedeutet für die Patientin geringeren Blutverlust, geringere Schmerzen, schnellere Rekonvaleszenz, Reduktion postoperativer Inkontinenzbeschwerden sowie Verminderung von Langzeitkomplikationen bei einem besseren kurativen Ergebnis. Statt des Leibschnittes werden nur kleine Einstiche von 5 - 12 - 15 mm benötigt.
Bei der nicht totalen Entfernung der Gebärmutter bleiben der Gebärmutterhals und alle Beckenbodenstrukturen erhalten. Entfernt wird nur der in den Bauchraum frei hinein ragende Gebärmutterkörper. Der Gebärmutterhals ist im Beckenboden an zentraler Position verankert. In ihm laufen alle für die Festigkeit des Beckenbodens wichtigen Sehnenfasern zusammen. Er bildet auch den Abschluss der Scheide. Besonders deutlich wird die Haltefunktion während der Schwangerschaft. Der Gebärmutterhals bildet den Abschluss der Scheide und ist dort als derbes Gebilde von Walnussgröße tastbar. Nach einer totalen Entfernung der Gebärmutter ist an dieser Stelle nur noch eine quer verlaufende Naht vorhanden. Nicht selten ist die Scheide etwas verkürzt und schmerzempfindlich. Während der Gebärmutterkörper sozusagen keulenförmig in die Bauchhöhle ragt, dort keine stabilisierende Funktion für das Becken hat und somit nach seiner Entfernung keinen Defekt hinterlässt, bedeutet die Entfernung des Gebärmutterhalses ein Trauma für den Beckenboden und eine Veränderung der Scheide in Form und Konsistenz. Vor Einführung der Bauchspiegelung war für die Teilentfernung der Gebärmutter ein Leibschnitt erforderlich. Das war unpopulär. In den 90er Jahren brachte die Einführung der Operationskameras den Durchbruch in der endoskopischen Chirurgie. Die Techik wurde auch für die Gebärmutterentfernung eingesetzt und der Leibschnitt für die Teilentfernung entfiel. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass die Teilentfernung der Gebärmutter per Bauspiegelung mit optimaler Patientinnensicherheit auch ambulant durchführbar war. Die entstehenden Wundflächen wurden drastisch verringert. Nach der Operation bestanden weniger Schmerzen als bei konventioneller OP-Technik. Die Entlassung der Patientinnen erfolgte bald zwischen zwei und acht Stunden nach Ende der Operation (im OPZ durchschnittlich nach 5 Stunden). Die bei der vaginalen Gebärmutterentfernung gefürchteten inneren Blutungen aus den beiden Gebärmutterarterien haben wir aufgrund der modernen sog. "bipolaren" elektrochirurgischen Verödung der Arterien nie gesehen (bis Ende 2016 ca. 3000 Fälle).

Herauszustellen ist weiterhin, dass die Operationsergebnisse besser sind. Die Scheide bleibt in Länge, Elastizität und Konsistenz unverändert. Der Beckenboden bleibt von Anfang an voll belastbar. Die Abteilung für Frauengesundheit der Universität Tübigen stellte 2016 in einer Studie fest, dass nach einer LASH die Frauen rascher den Geschlechtsverkehr wieder aufnehmen und verglichen mit Frauen nach kompletter Gebärmutterentfernung über bessere Libido und Verbesserung des Sexuallebens berichten.

Ein ständig wiederholtes Gegenargument ist, dass der noch vorhandene Gebärmutterhals an Gebärmutterhalskrebs erkranken könnte. Klingt plausibel, hat sich aber für die Vereinigten Staaten von Amerika laut eine Studie von Prof. Lyons aus Atlanta in einem Zeitraum von ca. 100 Jahren nicht bewahrheitet und ist bei genauer Betrachtung ein veraltetes Argument. Erst die Vorsorgeabstriche und die Tests auf die sog. Human Papilloma Viren (HPV) brachten im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs den Durchbruch. Einen gesunden Gebärmutterhals muss man also nicht vorsorglich entfernen. Die Wahrscheinlichkeit, an einem in Rhe gelassen Gebärmutterhals krebs zu bekommen ist nicht höher als nach einer kompletten Gebärmutterentfernung einen Scheidenkrebs im Bereich der Scheidennarbe zu entwicklen. Letzteres ist schwerer zu erkennen und zu behandeln.

Die laparoskopische supracervicale Hysterektomie (LASH) ist die einzige Form der Gebärmutterentfernung, die sich auf die Beseitigung der kranken Organanteile beschränkt. Sie ist kombinierbar mit evtl. erforderlichen Maßnahmen an den Eierstöcken, mit der Beseitigung von Verwachsungen und Endometriosen sowie mit der Korrektur von Beckenbodensenkungen, Organvorfall oder Harnin­kontinenz.

Was machen wir im OPZ anders als die meisten Kliniken?
- Wir entfernen die Gebärmutterschleimhaut möglichst komplett aus dem Gebärmutterhals. Dadurch vermeiden wir zum einen, dass noch zyklische Blutungen zur Zeit der Menstruation auftreten. Das wäre sonst in etwa 10 -15 % der Fälle zu erwarten. Zum anderen wird bei einer eventuellen späteren Behandlung mit Östrogenen (zum Beispiel Östrogenspray) kein Gebkörperhormon (in Tablettenform) mehr benötigt. Das würden nur verbliebene Reste der Gebärmutterschleimhaut benötigen.
- Wir verschließen den Gebärmutterhals fest durch zwei Nahtschichten. Damit ist garantiert, dass später weder Bakterien noch Spermien oder gar ein Abstrichtupfer den Gebärmutterhals durchdringen.

Seit Mitte 2011 ist klar geworden, dass der gefürchtete Eierstock-Krebs zu ca. 40% seinen Ursprung in den Eileitern nimmt. Deshalb bieten wir jeder Patientin an, die Eileiter bei einer Gebärmutterentfernung nicht im Bauch zurück zu lassen sondern si zu entfernen. Das kostet in der Regel nur wenige Minuten Operationszeit und hat keine Nachteile.

Zusammenfassung: Welche Vorteile hat eine Patientin nach einer LASH?

1. Keine Blutung mehr, keine Menstruationschmerzen mehr
2. Kein Rückfall der Probleme möglich
3. Keine Erkranken mehr möglich, die mit Gebärmutterschleimhaut in
Verbindung stehen (Polypen, Hyperplasien, Krebs)
4. Bei einer Hormonbehandlung kann auf Gelbkörperhormontabletten
verzichtet werden (Es genügt z. B. das Auftragen von Spray bzw. Gel auf die
Haut)
5. Das Blutbild erholt sich und die Leistungsfähigkeit nimmt meist zu
6. Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken sinkt um ca. 40 %

Die LASH beeinflusst das Sexualleben nicht nachteilig. Natürlich bleiben die
weiblichen Hormone voll erhalten.

 

 

Erklärung der Bilder:

Bild 1: Blick in ein gesundes Becken. Man sieht in der Mitte die Gebärmutter, an der rechts und links die schlauchförmigen Eileiter und die weißen Eierstöcke baumenln, wenn die Gebärmutter wie hier mit einer Sonde von der Scheide aus hochgehalten wird. Das Gelbe ist Darmfett. Vor der Gebärmutter liegt die Harnblase.

Bild 2: Die Anhangsorgane werden von der Gebärmutter abgetrennt. Vor dem Durchtrennen werden alle Strukturen verödet, sodass keine Blutungen auftreten.

Bild 3: Mit einem raffinierten schlanken stabförmigen motorgetriebenen "Morcellator" wird die kranke Gebärmutter durch eine 10 mm dünne Sonde aus dem Bauch geholt.

Bild 4: Nach Ende der OP wird "unter Wasser" überprüft, ob wirklich keinerlei Blutung mehr vorhanden ist. Drainageschläuche sind dann entbehrlich.

Bild 5: In Kernspin-Bild siéht man deutlich, dass die Gebärmutter aus zwei unterschiedlichen Hälften besteht, dem im Becken verankerten Hals und dem frei in die Bauchhöhle ragenden Körper.

Bild 6: Nach einer Teilentfernung der Gebärmutter bleiben im Genitalbereich keinerlei Spuren der OP. Scheide und Muttermund bleiben unversehrt.

Bild 6: Versorgt mit drei simplen Hautpflastern verläßt diese Patientin 4 Stunden nach einer großen Laparoskopie die Praxisklinik.
Die Pflaster werden am am nächsten Tag entfernt. Duschen ist dann bereits ebenso erlaubt wie normale körperliche Belastung.