Gebärmutterentfernung
Hysterektomie (HE)

Fachausdruck: Hysterektomie (HE).


Folgende Formen der Gebärmutterenfernung gibt es: Man kann die Gebärmutterentfernung als sog. „totale“ HE („Totaloperation“) oder als „teilweise“ HE durchführen. Führt man eine totale Gebärmutterentfernung "von oben" her durch, so ist dies entweder per Leibschnitt oder per Bauchspiegelung möglich. Der Leibschnitt bedeutet eine erste relativ große Wunde für die Patientin. Anschließend entsteht ein zweites Wundgebiet dort, wo das Organ aus dem Beckenboden herausgetrennt wird. Bei der Bauchspiegelung wird die schmerzhafte Bauchdeckenwunde durch kleine Einstiche ersetzt, die natürlich weit weinger schmerzen. Am Beckenboden unterscheiden sich die Operationen nicht.

Man kann eine totale Gebärmutterentfernung auch von der Scheide aus durchführen. Die Bauchdeckenwunde entfällt dann. Vor der Ära der Bauchspiegelung war die deshalb der schonendste Zugangsweg. Die sog. „vaginale“ Technik hat ihre Grenzen, wenn z. B. die Scheide eng ist oder die Myome zu groß sind. Ein weiterer Nachteil ist die schlechtere Übersicht für den Operateur. Er kann beispielsweise Organverwachsungen oder Endometrioseherde nicht annähernd so gut sehen, wie beim Zugang "von oben". Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Reparatur des durch die Gebärmutterentfernung im Beckenboden entstehenden Defektes in etwa 5 - 15 % der Fälle nicht zufriedenstellend gelingt. Folge kann dann später eine Blasenschwäche sein. Bei der vaginalen Operationstechnik sind Nachblutungen in den Wundgebieten am Ende des Eingriffs nicht mehr visuell zu kontrollieren. Die Universität Jena fand in einer Nachuntersuchungsserie bei ca. 90% der vaginalen Operationen noch leichte Blutungen im OP-Gebiet. Die Weltliteratur ist voller Berichte über Blutergüssen im Bereich der Scheidenstumpfes. Man schätzt die Häufigkeit auf durchschnittlich 40%. Diese Blutergüsse sind verantworlich für Fieberschübe und eitrige Absonderungen aus der Scheidenwunde für Wochen. In den 90er Jahren hat sich vielerorts durchgesetzt, die vaginale Operation mit einer Bauchspiegelung zu kombinieren, um die Nachteile auszugleichen, die durch die schlechte Übersicht bedingt sind (Fachausdruck: laparoskopisch assistierte vaginale Totaloperation). Es gibt heute eine große Zahl solcher Kombinationen, die je nach Umfang der vaginalen oder laparoskopischen Komponente eingeteilt werden.

Nach einer "totalen" Gebärmutterentfernung muss der entstandene Defekt im Beckenboden durch Nähte rekonstruiert werden. Dies ist zwar problemlos möglich. Die Patientinnen dürfen die vernähte Wunde aber solange nicht durch Husten, Niesen Pressen oder Heben von Gewichten belassen, bis die Wundflächen verheilt sind, d. h. für ca. 6 Monate oder sogar länger.

Wir führen im OPZ die Gebärmutterentfernung selten als "totale" Gebärmutterentfernung durch, nicht etwa, weil wir die Technik nicht beherrschen, sondern weil wir den Sinn nicht anerkennen. Wir halten es grundsätzlich für richtig, den Gebärmutterhals, zu erhalten und eine Traumatisierung des Beckenbodens sowie des Genitalbereiches zu vermeiden. Man spricht dann von der "Supra-cervicalen Gebärmutterentfernung (Supra = oberhalb, Cervix = Hals, (s. auch eigenes Kapitel).

Gebärmutterentfernungen werden bei uns fast täglich und weit überwiegend ambulant durchgeführt. Es gibt immer wieder einmal internistische oder anästhesiologische Probleme, die eine ambulante Operationsdurchführung nicht erlauben. Das sind dann die Fälle, in den den wir kurzstationäre Durchführung der Behandlung anbieten. Weiterhin möchte nicht jeder ambulant operiert werden.