Myom-Operationen

Da Myome gutartige Geschwulste sind, benötigt ihre Entfernung keine Radikalität. Zur Behandlung stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

1. Die Gebärmutterspiegelung (Fachausdruck: Hysteroskopie)
2. Die Bauchspiegelung (Fachausdruck: Laparoskopie)
3. Der Leibschnitt (Fachausdruck: Laparotomie)
4. Die verschiedenen Formen der Gebärmutterentfernung
5. Die Embolisierung der Gebärmutter-Arterien
6. Die thermische Zerstörung von Myomgewebe mittels Ultraschall
7. Medikamentöse Behandlung

Medikamentös hat man Myome vor Operationen lange mit sog. GnRH-Analoga behandelt, auf die hier nicht mehr näher eingegangen wird, da sie in der Praxis kaum noch eine Rolle spielen.

Seit 2012 steht eine neue sehr effektive zur Verfügung, das Ulipristalacetat (Handelname: ESMYA). Mit dieser Substanz (1 Tablette pro Tag) ereicht man praktisch immer innerhalb von zwei Wochen einen Blutungsstop bei schweren myombedingten Blutungen. Die meisten Myome schrumpfen unter einer dreimonatigen Behandlung um ca. 30% ihres Volumens und dieser Effekt hält dann lange an. Neuerdings ist das Präparat auch zur wiederholten Anwendung zugelassen.

Ulipristal eignet sich bei sehr großen Myomen zur Operationsvorbereitung. Je kleiner der Tumor wird, desto risikoärmer wird die OP sein, besonders eine endoskopisch durchgeführte.

Leibschnitt-Operationen führen wir im OPZ nur bei Notfallsituationen durch. Sie erfordern längere Nachbehandlung in einem Krankenhaus
Zu Gebärmutterentfernungen klicken Sie bitte auf das nebenstehende Kapitel. Die Embolisierung ist eine schmerzhafte Methode, die erhebliche Risiken und Nebenwirkungen hat (z. B. möglich: Verlust der Eierstockfunktion und Notwendigkeit der Gebärmutterentfernung). Sie ist nicht ambulant durchführbar und kann überdies nur von einer Klinik mit Röntgenabteilung durchgeführt werden. Bei der Erhitzung eines Myoms durch Ultraschallwellen erfolgt die Ultraschallsteuerung mittels Kernspin-Technik. Es handelt sich um eine sehr teure Methode, mit der noch wenig Erfahrung vorliegt.

Gebärmutterspiegelung: siehe gesondertes Kapitel

Bauchspiegelung, Laparoskopie:

Myome, die tief in der Gebärmutterwand oder in den oberflächlichen Schichten entwickelt sind, erreicht man von der Bauchhöhle aus. Ursprünglich war dies nur über einen Leibschnitt möglich. Dieser bedeutete eine unverhältnismäßig große Wunde, die deutlich mehr Beschwerden verursachte, als die relativ umschriebene Operationsverletzung an der Gebärmutter selbst. Seit Mitte der 80er Jahre wurde deshalb weltweit intensiv an Techniken gearbeitet, die Myomoperationen ohne Leibschnitte per Bauchspiegelung durch den Nabel ermöglichten. Dabei galt es vor allem drei Probleme zu lösen:

  • Die Blutstillung
  • Die Bergung der großen harten Knoten durch 10 bis 15 mm große Hülsen
  • Die Naht der Muskelwunde in einer Qualität, die dem hohen Standard der modernen Nahttechnik bei der offenen Chirurgie entsprach


Letzteres war wichtig, weil schlechte Nähte freie Wundflächen und minderdurchblutetes Gewebe hinterlassen mit der Folge, dass Verklebungen (Verwachsungen) mit Nachbarorganen entstehen. Außerdem durfte im Falle einer nachfolgenden Schwangerschaft kein Festigkeitsunterschied zwischen einer per Bauchspiegelung und einer konventionell versorgten Gebärmutter bestehen. All diese Probleme sind heute gelöst.


 

  • Die Blutstillung erfolgt, indem die blutenden Adern mit Strom führenden Greifern gezielt verschlossen werden. Die Zuverlässigkeit dieser Technik ist sehr gut.
  • Für die Bergung der Knoten stehen Motor getriebene Geräte zur Verfügung, die das Material in fingerdicken Streifen durch die Hülsen aus dem Bauch befördern.
  • Endoskopische Nahttechnik in einer Qualität, die der Technik am offenen Bauch entspricht, ist nicht einfach zu erlernen. Der Stand des Könnens ist von Operateur zu Operateur unterschiedlich. Man kann sagen, dass sich bei der Naht per Bauchspiegelung bei den Operateuren die Spreu vom Weizen trennt. Man sieht deshalb im Internet auffallend selten gute Bilder dieser Nähte!


 
Die obigen Bilder zeigen die für das Ergebnis einer Myomoperation entscheidenden Operationsschritte:

Bild 1: Das Endergenis einer Myomoperation.
Bild 2: Hier wird mit einem Laser die Kapsel eines großen Myoms schichtgenau präpariert. Es gehen keine gesunden Muskelfasern verloren. Das ist wichtig bei nachfolgendem Kinderwunsch.
Bilder 3, 4, 5 und 6 zeigen den Ablauf des anspruchsvollsten Operationsschrittes, die einstülpende Naht. Sie schützt vor Verwachsungen. Geknotet wird mit den endoskopischen Insrumenten.

Das Zerkleinern und Bergen des Myoms erfolgt mit gleicher Technik wie bei der Teilentfernung der Gebärmutter (s. dort)