Endometriose-OP

Über das Krankheitsbid "Endometriose" wird im Kapitel "Krankeiten" aufgeklärt,

"Goldstandard in Diagnose und Behandlung der Endometriose ist die Bauchspiegelung" (Zitat Prof. Keckstein, Österreich). Ziel der Operation ist immer die möglichst rückstandslose Entfernung oder Zerstörung aller Herde. Dies erfordert viel Erfahrung des Operateurs und eine gute Ausstattung des Teams mit vielseitigem Instrumentarium. Der Operateur muss in der Lage sein, flexibel auch auf Beteiligung von Darm, Harnwegen und komplexe Verwachsungen zu reagieren. Der genaue Aufwand, den eine Operation für OP-Team und Patientin resultiert, ist nicht immer im Voraus exakt einzuschätzen.

Mediamentöse Behandlungen können die operative Therapie flankieren.
Die effektivste Therapie, die sich weltweit durchgesetzt hat, ist aber das komplette rückstandslose Beseitigen der Herde durch eine Operation. Die Fortschritte der Endoskopie haben es in den 90er Jahren zunehmend ermöglicht, die besonders belastenden Leibschnittoperationen zu vermeiden. Bei kompletter technischer Ausstattung und moderner Anästhesie kann ein entsprechend trainiertes Team heute die meisten Endometrioseherde per Bauchspiegelung operieren. Die meisten dieser Operationen sind ambulant durchführbar. Eine wichtige Ausnahme hierzu sind z. B. Fälle mit schwerem Befall der Darmwand, eine Ausbreitung der Endometriose im Beckenboden oder Endometriose ausserhalb des Beckens.

Muss Darmwand entfernt oder der Darm gekürzt werden, ist anschließend künstliche Ernährung für einige Tage unter stationärer Pflege notwendig.

Die Bauchspiegelung erlaubt sehr präzises Operieren durch den Einsatz von computerisierten Vergrößerungskameras. Mit der Optik kann der Operateur jeden entlegenen Winkel des Beckens ausleuchten. Die Herde können durch Hitze verkocht, durch Laserlicht ausgebrannt oder mit Schneidgeräten (Schere, Laser, elektrisches Skalpell, Ultraschall – Skalpell) ausgeschnitten werden. Welche Technik auch Verwendung findet, entscheidend ist, dass die Herde zerstört oder beseitigt werden. Bei einer Endometrioseoperation sollten einem Operateur möglichst verschiedene Techniken zur Verfügung stehen. Er muss in der Lage sein, variabel auf unterschiedliche Probleme zu reagieren, z. B. muss er endoskopische Nahttechniken beherrschen (z. B. um am Darm operieren zu können), idealer Weise auch endoskopische Mikrochirurgie (zur Korrektur von z. B. Harnleiterverletzungen). Große Endometrioseherde werden komplett entfernt, da man beim bloßen Verkochen oder Erhitzen keine Kontrolle über die Schädigung der Umgebung behält. Kleine und oberflächliche Veränderungen kann man dagegen zeitsparend durch thermische Verfahren veröden. Sorgfältige Endometrioseoperationen können sehr zeitraubend sein. Ihre Dauer ist vorab nicht immer abzuschätzen, da evt. erst mit Beginn einer Bauchspiegelung klar wird, welche Schritte erforderlich sein werden.


siehe auch hier .