Myome der Gebärmutter

Operation von Myomen per Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Die für eine Patientin schonendste Form der Myomentfernung ist die Hysteroskopie (HSK). Dabei wird über die Scheide ein rundes Operationsrohr über den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle vorgeschoben. Es wird also keine Verletzung der Bauchwand benötigt. Mit einem leichten Überdruck wird wässrige Zuckerlösung eingespült. (siehe auch erklärende Zeichnung unter "was bedeutet Endoskopie?" Durch den Überdruck entfaltet sich die normalerweise spaltförmige Gebärmutterhöhle und der Operateur hat einen excellenten Überblick in Lupenvergrößerung. Entfernt wird ganz gezielt nur der Knoten. Deshalb haben die Patientinnen nach dem Eingriff kaum Schmerzen und benötigen keine spezielle Nachbehandlung. Im OPZ erfolgt die Entlassung in der Regel auf Wunsch der Patientinnen innerhalb von 1 - 2 Stunden. Die Knoten werden in kleinen Scheibchen mit einer elektrisch schneidenen Schlingen-Elektrode abgeschält und schrittweise über den Gebärmutterhals zutage gefördert.

Der Eingriff erfordert eine Narkose und ist problemlos ambulant durchführbar. Probleme mit Nachblutungen sind sehr selten. Schlimmstenfalls blockiert man die Gebärmutterhöhle für einige Tage mit einem Ballon-Katheter.

Geeignet für diesen Verfahren sind Myome, die den Innenseiten der Gebärmutter zugewandt wachsen, die man also herausschnieden kann, ohne zu riskieren, daß man die Wand der Gebärmutter zur Bauchhöhle hin eröffnet (unter der Gebärmutterschleimhaut wachsende Myome, Fachausdruck: submuköse Myome)

Die Hysteroskopie ist heute sehr leistungsfähig. Das größte im OPZ entfernte Myom wog 140 Gramm!

Erklärung zu den Bildern:

Bild 1: Die wichtigsten Myomtypen. Der letzte Typ rechts unten eignet sich am besten für eine Gebärmutterspiegelung. Der Typ unten links ist ggf. ebenfalls per Gebärmutterspiegelung angehbar, evt. in zwei getrennten Sitzungen.
Bild 2: Ein Myom der Gebärmutterhöhle im Ultraschallbild
Bild 3: Der gleiche Myomtyp in natura bei einer Gebärmutterspiegelung
Bild 4: Hier sieht man wie das Myom die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle unterwandert und vorwölbt. Folge ist eine gestörte Blutung.
Bild 5: Mit einer Elektroschlinge läßt sich ein Myom schichtgenau abtragen
Bild 6: Hysteroskopie der normalen Gebärmutter: Blick in den Gebärmutterhals
Bild 7: Hysteroskopie der normalen Gebärmutter: Blick in eine gesunde Gebärmutterhöhle
Bild 8: Hysteroskopie der normalen Gebärmutter: Blick in einen Eileiter-Winkel. Man schaut auf den Abgang des rechten Eileiters