Polypen der Gebärmutter


Polypen sind kleine Geschwulste, die aus Schleimhaut bestehen. Sie haben meist einen schlanken Stiel und sind fast immer gutartig. Selten finden sich in Polypen Anfangsstadien von bösartigen Geschwulsten.

In der Frauenheilkunde spielen zwei Arten von Polypen eine nennenswerte Rolle:

1. Gebärmutterhals-Polypen
2. Gebärmutterkörper-Polypen

Gebärmutterhals-Polypen
Sie verursachen in der Regel keine Beschwerden und werden bei der Vorsorgeuntersuchung bei der Entnahme des Gebärmutterhalsabstriches gesehen.

Behandlung: Am besten trägt man die Polypen per Gebärmutterspiegelung unter Sicht ab (siehe auch gesondertes Kapitel unter "Was bedeutet Endoskopie"). Das geht heute sehr gut mit miniaturisierten schlanken Optik-Systemen, sogenannten Mini-Hysteroskopen, bei denen man den Gebärmutterhals nicht so weit vordehnen muss wie bei den normalen Instrumenten.
Die Optiken werden durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Die Polypstiele werden mit einer kleine elektrischen Schlinge gezielt ausgeschnitten und können dann nicht wieder nachwachsen.
Der Eingriff kann in einer kurzen Narkose oder in örtlicher Betäubung durchgefürt werden.

Gebärmutterkörper-Polypen

Sie verursachen in der Zeit vor den Wechseljahren in aller Regel Störungen der Menstruationsblutung (verlängerte Blutungen oder Zwischenblutungen). In höherem Alter werden sie häufiger per Ultraschall diagnostiziert.

Behandlung: Weit verbreitet ist noch immer die Ausschabung. Sie ist aber überwiegend nicht erfolgreich, weil Polypen dem Ausschabungsinstrument pendelnd ausweichen können. Moderne Methode der Wahl ist die Gebärmutterspiegelung (siehe dazu auch unser Kapitel "was ist Endoskopie"). Hierbei werden die Polypen glasklar auf Bildschirmen sichtbar gemacht und mit elektrischen Schlingen exakt abgetragen. Das verursacht viel weniger Schmerzen als eine Ausschabung und entfernt alle vorhandenen Polypen absolut sicher (es können durchaus mehrere nebeneinander sein). Für diese Eingriffe ist eine kurze Narkose sinnvoll. In Italien führen Kollegen den Eingriff z. T. in örtlicher Betäubung durch.