Allgemeine Gynäkologie

4. Februar 2017 Zum nächsten Kongress des OPZ - Hürth im RAMADA-Hotel Hürth werden mehr als 200 Gynäkologen aus ganz Westdeutschland erwartet (s. "Unsere Kongresse").


Wechseljahrsbeschwerden
 

  • Es gibt neue Studienergebnisse zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren: Schauen Sie bitte nach unter "Krankheitsbilder", Kapitel "Wechseljahrsbeschwerden". Bitte hier klicken

 


Keine Behandlung des klimakterischen Syndroms ist effektvoller als die mit natürlichem Östrogen. Ca. 2001 machten Studienergebnisse in der Presse die Runde, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormbehandlung von Wechseljahrsbeschwerden signalisierten (sog. WHI -Studie). Die jetzt vorliegenden Langzeitauswertungen dieser Studien haben diese Sorge entkräftet. Das Brustkrebsriko war in Wirklichkeit bei den mit Östrogenen behandelten Frauen tendetiell sogar niederiger! Eing richtig durchgfeührte Hormonbehandlung verlängert das Leben und verbessert die Lebensqualität bei vielen Frauen.

Natürliche Östrogene wirken der Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") entgegen und schützen so vor Herzinfarkten und anderen sog. cardio-vasculären Ereignissen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), also den mit Abstand häufigtsen Todesursachen. Früh heißt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die Behandlung sollte mindestens 6 Jahre lang durchgeführt werden.

Eine zusammenfassende und sehr präzise Empfehlung - gemeinsam fomuliert von mehreren Fachgesellschaften- die im Oktober 2012 publiziert wurde, händigen unsere Mitarbeiterinnen auf Wunsch gerne aus.

Eine Behandlung mit natürlichen Eierstockhormonen senkt das Risiko von Dickdarmkrebs (zwetthäufigster Krebs des Menschen ingesamt) um 30 - 40 % und beugt im Alter einer Osteoporose vor. Das Brustkrebsrisiko wird durch eine Östrogen-Monotherapie gesenkt!..

Das Risiko einer Thrombose kann bei gefährdeten Frauen entscheidend gemindert werden, wenn Östrogene nicht über den Darm (d. h. in Tablettenform) zugeführt werden sondern über die Haut (als Gel oder als Hautpflaster)
Eine Östrogentherapie in Tablettenform steigert das Risiko für die Thrombose-Entstehung bei Patientinnen mit entsprechender Veranlagung. Besonders gefährdete Patientinnen lassen sich durch Bluttests identifizieren.

Neues Wissen über die Entstehung von Eierstock-Krebs

Eierstock-Krebs ist sehr tückisch, weil es weder Frühsymptome noch eine effektive Früherkennungsmethode gibt. Bei manchen Menschen lässt sich nachweisen, dass sie ein vererbtes hochgradiges Risiko für sowohl Brust- als auch Eierstockkrebs in sich tragen. Diesen Patientinnen wird heute zur vorsorglichen Entfernung der gefährdeten Organe geraten. Gelegentlich wurde tatsächlich der Eierstockkrebs im frühesten Stadium behandelt und es kam dabei kam eine überraschende Entdeckung zutage. Was wir bisher für Eierstock-Krebs hielten, hat seinen Ursprung in ca. 40 % nicht im Eierstock sondern im Eileiter

Als Konsequenz wird jetzt empfohlen, bei allen Gebärmutter-Entfernungen die Eileiter nicht im Bauch zurückzulassen. Sie lassen sich in wenigen Minuten problemlos entfernen und dies hat keine negativen Auswirkungen. Auch bei der Sterilisation wird großzügig statt einer Durchtrennung der Eileiter deren völlige Entfernung empfohlen, wenn eine Patientin bereits ca. 35 - 40 Kahre alt ist.

Impfung gegen HPV auch für ältere Frauen sinnvoll

Entgegen allen theoretischen Überlegungen aus den Anfangsjahren der Impfung gegen sog. "Human Papilloma Viren", abgekürzt HPV, die Verursacher zahlreicher Krankheiten von Muttermund, Vagina, äußerem Genitale, aber auch von bösartigen Veränderungen der Mundhöhle und des Afters macht die Impfung Sinn in jedem Alter! Das haben zwei große anerkannte Studien gelegt, eine aus den USA, eine aus Korea.

Die Krankenkassen erstatten die Kosten für die teueren Impfungen allen jungen Frauen bis zum 18. Lebensjahr. Danach müssen die Patientinnen die Kosten selber tragen (ca. 500 Euro für drei Injektionen).

Die Universität Hamburg empfiehlt die HPV-Impfung auch bei Patientinnen, die sich wegen einer HPV-verursachten Erkrankung am Muttermund (Dysplasien, s. dort) operieren lassen müssen. Hierdurch konnte die Rückfall-Rate um 70 % (!) gesenkt werden.

Bei einer schweren Hautveränderung am Muttermund beträgt die Rückfallrate nach einer erfolgreichen OP ca. 9 %. Die schweren Hautveränderungen werden zu 70 % von den Viren Nr. 16 und 18 verursacht, gegen die die Impfung schützt. Folglich darf man sich von der Impfung statitsisch eine Verminderung der Rückfallrisikos auf ca. 3 % versprechen.

Ohne Impfung beträgt die langfristige Heilungsrate ca. 91 %, mit Impfung ca. 97 %.