Allgemeine Gynäkologie

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Wechseljahrsbeschwerden
 

  • Es gibt neue Studienergebnisse zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren: Schauen Sie bitte nach unter "Krankheitsbilder", Kapitel "Wechseljahrsbeschwerden". Bitte hier klicken

 


Keine Behandlung des klimakterischen Syndroms ist effektvoller als die mit natürlichem Östrogen. Ca. 2001 machten Studienergebnisse in der Presse die Runde, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormonbehandlung von Wechseljahrsbeschwerden signalisierten (sog. WHI -Studie).

Das hat alle Patientinnen und alls Therapeuten lange erheblich verunsichert. Die jetzt vorliegenden Langzeitauswertungen dieser Studien haben diese Sorge entkräftet. Die Autoren der WHI-Studie haben im Jahre 2016 öffentlich ihr Bedauern über die Fehlinterpration ihrer Studiendaten geäußert! 

Im Juli 2017 hat die Nordamerikanische Menonpausengesellschaft (NAMS) den aktuellen Wissens-Stand in einem Positionspapier zusamengefasst. In der Gruppe der Patientinnen, die vor dem 60. Lebensjahr mit einem richtig durchgeführten Ersatz der nach den Wechseljahren weggefallenen Eierstockhormone beginnen, ist das Gesamtüberleben deutlich verlängert! Die Europäische und die deutsche Menopausengesellschaft haben sich diesem Positionspapier angeschlossen.

Natürliche Östrogene wirken der Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") entgegen und schützen so vor Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie dem Gehirnschlag, also den mit Abstand häufigsten Todesursachen. Früh heißt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Es hat sich erwiesen, dass man nicht so niedrig wie möglich dosieren soll und dass es nicht empfehlenswert ist, so früh wie möglich alle Hormone wieder abzusetzen. Die Dosis soll individuell den Bedürfnissen der Frauen angepasst sein. Es wird auch nicht mehr als sinnvoll erachtet, die Hormonbehandlung mit dem 65. Lebensjahr routinemäßig abzusetzen.

Eine zusammenfassende und sehr präzise Empfehlung - gemeinsam fomuliert von mehreren Fachgesellschaften- die im Oktober 2012 publiziert wurde, händigen unsere Mitarbeiterinnen auf Wunsch gerne aus.

Eine Behandlung mit natürlichen Eierstockhormonen senkt das Risiko von Dickdarmkrebs (zwetthäufigster Krebs des Menschen ingesamt) um 30 - 40 % und beugt einer Osteoporose im Alter vor. Das Brustkrebsrisiko wird durch eine Östrogen-Monotherapie nachhaltig gesenkt!

Das Risiko einer Thrombose kann bei gefährdeten Frauen entscheidend gemindert werden, wenn Östrogene nicht über den Darm (d. h. in Tablettenform) zugeführt werden sondern über die Haut (als Gel, Spray oder als Hautpflaster)
Eine Östrogentherapie in Tablettenform steigert das Risiko für die Thrombose-Entstehung bei Patientinnen mit entsprechender Veranlagung. Besonders gefährdete Patientinnen lassen sich durch Bluttests identifizieren.

Durch die Hormonersatzbehandlung wird das Risiko für Eierstockkrebs minimal angehoben. Zwischen dem 50. und dem 65. Lebensjahr rechnet man statistisch mit 2 Erkrankungen pro 1000 Frauen. In der Gruppe mit Hormonersatzbehandlung ist es eine Frau mehr, also 3/1000 Frauen.

Neues Wissen über die Entstehung von Eierstock-Krebs

Eierstock-Krebs ist sehr tückisch, weil es kaum Frühsymptome gibt. Es existiert inzwischen ein Bluttest (Tumormarker HE4, der noch nicht von den gestzlichen Kassen bezahlt wird). Bei manchen Menschen lässt sich nachweisen, dass sie ein vererbtes hochgradiges Risiko für sowohl Brust- als auch Eierstockkrebs in sich tragen. Diesen Patientinnen wird heute zur vorsorglichen Entfernung der gefährdeten Organe geraten. Gelegentlich wurde tatsächlich der Eierstockkrebs im frühesten Stadium behandelt und es kam dabei kam eine überraschende Entdeckung zutage. Eierstock-Krebs hat seinen Ursprung in ca. 40 % nicht im Eierstock sondern im Eileiter !

Als Konsequenz wird jetzt empfohlen, bei allen Gebärmutter-Entfernungen die Eileiter nicht im Bauch zurückzulassen. Sie lassen sich in wenigen Minuten problemlos entfernen und dies hat keine negativen Auswirkungen. Auch bei der Sterilisation wird großzügig statt einer Durchtrennung der Eileiter deren völlige Entfernung empfohlen, wenn eine Patientin bereits ca. 35 - 40 Jahre alt ist. Im OPZ wurde durch die Entfernung von unauffällig aussehenden Eierstöcken im April 2016 eine Krebserkrankung verhindert und der Patientin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Leben gerettet.

Impfung gegen HPV auch für ältere Frauen sinnvoll

Entgegen allen theoretischen Überlegungen aus den Anfangsjahren der Impfung gegen sog. "Human Papilloma Viren", abgekürzt HPV, die Verursacher zahlreicher Krankheiten von Muttermund, Vagina, äußerem Genitale, aber auch von bösartigen Veränderungen der Mundhöhle und des Afters macht die Impfung Sinn in jedem Alter! Das haben zwei große anerkannte Studien gelegt, eine aus den USA, eine aus Korea.

Die Krankenkassen erstatten die Kosten für die teueren Impfungen allen jungen Frauen bis zum 18. Lebensjahr. Danach müssen die Patientinnen die Kosten selber tragen (ca. 550 Euro für drei Injektionen).

Die Universität Hamburg empfahl schon 2013  die HPV-Impfung auch bei Patientinnen, die sich wegen einer HPV-verursachten Erkrankung am Muttermund (Dysplasien, s. dort) operieren lassen müssen. Hierdurch konnte die Rückfall-Rate um 70 % (!) gesenkt werden. Die Imfung schützte vor 4 Virustypen.

Seit April 2016 ist eine neue verbesserte HPV-Impfung verfügbar, die gegen 9 HPV wirksam ist.

Bei einer schweren Hautveränderung am Muttermund beträgt die Rückfallrate nach einer erfolgreichen OP ca. 9 %. Durch die neue Generation von Impfungen lässt sich das Rückfallrisiko auf 1 % reduzieren. Der Impfschutz hält nach heutigen Schätzungen mehr 30 Jahre lang an.