Marsupialisation

Erkrankung der Bartholin´schen Drüse

 


Die sog. Bartholin´sche Drüse (benannt nach dem Gynäkologen Bartholin) produziert rechts und links vom Scheideneingang fortlaufend ein Gleitmittel, welches für das Wohlbefinden im Genitalbereich wichtig ist. Die Drüsen haben sehr feine Ausführungsgänge, die man nur unter Vergrößerung erkennen kann. Durch z. B. Scheuer-Effekte oder bakterielle Infektionen kann es zu einem vorübergehenden Verschluss eines solchen Drüsenausführungsganges kommen. Die Drüse produziert dann trotzdem ihren Schleim weiter. Die Drüse besteht aus einem einzigen Hohlraum. Dieser füllt sich nach und nach auf. Man tastet dann unter einer der beiden Schamlippen eine zunächst weiche Schwellung. Entzündet sich der Drüseninhalt, kann es zu einer sehr schmerzhaften Vereiterung kommen.

Die Behandlung erfolgt operativ. Zunächst wird die Drüse mit dem Skalpell eröffnet. Anschließend wird die Membran, welche die Drüse auskleidet, unter der Lupe aufgesucht und mit feinen Nähten an der Haut des Scheidenvorhofes fixiert. So entsteht ein neuer Ausführungsgang. Bei starker Vereiterung ist diese Drüsenmembran oft weitgehend zerstört und nicht stabil. Dann kann es notwendig sein, das Heilungsergebnis durch Einlegen einer Gummilasche für etwa acht Tage sicherzustellen. Diese Gummilasche soll das Verkleben der Wundränder verhindern. Sie wird entfernt, wenn man den Eindruck hat, dass die Wundheilung weitgehend abgeschlossen ist. Eine einmal operierte Bartholin´sche Drüse kann sich erneut verschließen. Das Risiko ist nicht hoch, jedoch leider nicht völlig auszuschalten.

Die Operation erfolgt immer in Narkose, da örtliche Betäubungen in entzündlichen Gebieten nicht möglich sind. Es handelt sich nicht um eine gefährliche Operation. Das Wundgebiet ist klein. Die Ergebnisse sind um so besser, je früher man eingreift, insbesondere je geringer der Vereiterungsprozess fortgeschritten ist.